Die Gewinner der 24. Filmschau Baden-Württemberg

Alle Gewinner - Filmschau und Jugendfilmpreis - der zweiten Preisverleihung

Der neue Stuttgarter 'Tatort – Anne und der Tod' von Jens Wischnewski, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg, gewann zum Abschluss der 24. Filmschau Baden-Württemberg den mit 2.000 Euro dotierten Baden-Württembergischen Filmpreis in der Kategorie Spielfilm. Als bester Kurzfilm wurde 'Der Mandarinenbaum' von dem in Stuttgart geborenen Regisseur Cengiz Akaygün ausgezeichnet. 'Der Stammtisch' von Constantin Hatz, Absolvent der Filmakademie Baden-Württemberg, erhielt den mit 2.000 Euro dotierten Dokumentarfilmpreis. 'La Maladie du Dèmon' von Lilith Kugler, Absolventin der Hochschule der Medien Stuttgart, wurde mit einer Lobenden Erwähnung bedacht. An 'Liz und Evie' von Mareika Greiss von der Hochschule der Medien Stuttgart ging der mit 2.000 Euro dotierte Animationspreis und 'Klassiker in 3 Minuten' von Carolin Schattenkirchner bekam eine Lobende Erwähnung. Erstmals wurde bei der 24. Filmschau Baden-Württemberg der mit 2.000 Euro dotierter Werbefilmpreis vergeben. Die Trophäe gewinnt die Stuttgarter Schokolade Filmproduktion GmbH für den Werbespot 'Mirapodo – Das Leben ist kein Laufsteg'. Mit je einer Lobenden Erwähnung wurden die Werbespots 'Märklin – Gleis 1' von Karli Baumann Werbefilmproduktion in Ludwigsburg und 'You Can't Spell it' von AV Medien Film + Fernsehen GmbH in Stuttgart bedacht. Dem Stuttgarter Schauspieler und Produzent Walter Sittler wurde der diesjährige Baden-Württembergische Ehrenfilmpreis verliehen. Insgesamt wurden im Rahmen der Landesfilmschau 25 Filmpreise im Gesamtwert von 17.000 Euro im Wettbewerb um den Baden-Württembergischen Filmpreis, dem Jugendfilmpreis und den Partnerwettbewerben vergeben.

Jens Wischnewski gewinnt den Baden-Württembergischen Filmpreis für "Tatort - Anne und der Tod"

"Der Hauptpreis der Filmschau 2018 geht an den Film „Tatort -  Anne und der Tod“ von Jens Wischnewski. Wir sind zum einstimmigen Ergebnis gekommen, dass der Tatort „Anne und der Tod“, basierend auf einem hervorragenden Drehbuch von Wolfgang Stauch ein ausgezeichneter und deshalb auszeichnungswürdiger Film ist: Nicht nur, weil Regisseur Jens  Wischnewski mit großer Sensibilität seine exzellente Hauptdarstellerin Katharina Marie Schubert durch ein Sujet führt, in dem es zahlreiche Klischee-Fallen zu umschiffen gilt. Sondern auch, weil der durchweg packende Film es wagt, die Ambivalenz der Themen Missbrauch, Angst vor sozialem Abstieg und Pflegenotstand auszuhalten ohne sie in eine Krimi-taugliche eindeutige Auflösung zu überführen. 'Leute, das kriegt ihr nie raus', sagt der Pathologe. Das gilt auch für den Zuschauer, der ständig durch neue Wendungen überrascht und dabei mit den eigenen Vorurteilen gegenüber der Pflegebranche und scheinbaren 'Todesengeln' konfrontiert wird. Zeitsprünge werden zu einer dramaturgisch eleganten Collage verbunden. Immer wieder funkelnde Dialoge: 'Schwester Fummel und der Tod. Es wäre komisch, wenn es komisch wäre.' -  'Was würde Sie daran mehr stören: Schwester Fummel? Oder der Tod?' Dabei sind es die beiden männlichen Kommissare, die mit ihrer unnachgiebigen Verhörtechnik, ohne es zu merken, einen Missbrauch wiederholen, der aus Scham vermeintliche Schuld werden lässt. Ein brisanter Kriminalthriller, doppelbödig, intensiv, dicht inszeniert, brillant gespielt – der im Zuschauer bnoch lange nach Filmende nachwirkt."

Jury: Nicole Armbruster, Rudi Gaul und Dieter Oßwald.

Der Preis für den besten Kurzspielfilm geht an Cengiz Akaygün für "Der Mandarinenbaum"

"Der Mandarinenbaum ist eine in sich geschlossene, feinfühlige kleine Geschichte mit großen Gefühlen, liebevoll und stimmig erzählt. Der Film überzeugt durch starke Bilder und glaubhafte Figuren, eine schlüssige Handlung mit Steigerungen und Überraschungen. Ein junges Mädchen nutzt die Symbole eines unterdrückerischen Systems, um ihrem aus politischen Gründen inhaftierten Vater Hoffnung zu schenken:
Ein Vogel und ein Mandarinenbaum werden zur Ikonografie der Freiheit, die sich schließlich durchsetzt und stärker ist als der Sadismus der kleinen Leute in einem unterdrückerischen System, ja stärker als das System selbst.
Am Ende bleibt die Botschaft:  Die Gedanken sind frei."

Jury: Eva-­Maria Bast, Petra Hilt-­Hägele, Gregor Eisenbeiß.

Lilith Kuglers "La Maladie du Démon" erhält eine Lobende Erwähnung

"Lilith Kugler hat mit ihrem Film 'La Maladie du Démon' ein humanitäres Problem aufgegriffen, welches in unseren Breitengraden völlig unbekannt ist. Mit ihrem Engagement unterstützt sie die Aufklärung über Krankheiten, die nicht ihren Ursprung in Bessenheit durch Dämonen haben und hilft damit Menschen, die von neurologischen Krankheiten  betroffen sind. Mit ihrer sensiblen Vorgehensweise lässt sie viel Raum für die Betroffenen und für die, die Hilfe leisten. Die Kamera ist immer nah am Geschehnis und agiert unaufgeregt. Die Jury hat sich dafür entschieden Lilith Kugler, die ein so brennendes und emotionales Thema umgesetzt hat, für La Maladie du Démon eine lobende Erwähnung auszusprechen."

Der Produzent Martin Schwimmer nimmt den Preis für den Dokumentarfilm "Stamnmtisch" von Constantin Hatz entgegen

"Ein Stammtisch ist ein Ort der Passionen, Sehnsüchte, Ängste und politischer Meinungen. Ein Ort, an dem man seine Freizeit verbringt und der den Menschen im Alltag Raum für die Vorstellung vom eigenen Glück bietet. In seinen ruhigen, starken komponierten Einstellungen gibt der Film Einblicke in dieses „Mysterium“. Jeder Stammtisch ist ein eigenes Psychogramm seiner Teilnehmer. Nur  durch die Auswahl des Schnitts gefiltert, kann der Zuschauer fast voyeuristisch den Treffen verschiedenster Interessengruppen unmittelbar beiwohnen und somit in ihre Welten eintauchen. Dies fällt manchmal  leicht oder auch schwer, lässt einen aber noch lange nach dem Abspann über das Gesehene und seine Form nachdenken. In der Kombination  des Themas und der Ästhetik zeigt sich eine klare Handschrift  des Filmemachers und geht somit in seiner Konzeption nahe an die Grenze zwischen Dokumentation und Spielfilm. Besonders hervorgehoben werden sollte außerdem die starke  und moderne Bildsprache, die die einzelnen Geschichten zusammenführt. Die Jury zeichnet mit „Stammtisch“ einen progressiven und mutigen Dokumentarfilm und Filmemacher aus, der in allen Gewerken begeistert."

Jury: Moritz Mössinger, Werner Pawlok, Simon Straetker.

Mareika Greiss erhält den Preis für "Liz & Evie"in der Kategorie "Animationsfilm"...

...und Carolin Schattenkirchners "Klassiker in 3 MInuten" wird mit einer lobenden Erwähnung bedacht

"Der Film 'Liz und Evie' von Mareika Greiss hat den Mut, sich Zeit zu lassen. Wir können uns den Figuren behutsam und neugierig nähern, um uns mit ihnen zu verbinden und von ihnen überraschen zu lassen. Die feine Dramaturgie der Story ist einfach und bleibt doch spannend bis zum nicht vorhersehbaren Ende. Sie erfreut mit ihrer Mischung aus Humor, Melancholie und Tiefe. Sie lässt dem Zuschauer Raum für eigenes Fühlen. Technisch besticht der Film durch ausdrucksstarke Figuren, deren Animation hervorragend umgesetzt wurde, sowie liebevoll gestaltete Sets. Die Kamerafahrten, die unaufgeregte Rhythmik, die unterschiedlichen Atmosphären bestechen durch Klarheit und Prägnanz. Insgesamt trägt der Film die Handschrift von Sorgfalt, Klugheit, Sensibiltät und feiner stringenter Führung. Er strahlt eine geschmackvolle Eleganz aus.

An dieser Stelle möchten wir -­ die Jury -­ den Beitrag 'Klassiker in 3 Minuten' von Carolin Schattenkirchner zusätzlich lobend erwähnen. Die extrem verdichtete und humorvolle Erzählweise, die Liebe zum Detail in der scheinbar einfachen Stilistik hat uns begeistert."

Jury: Katharina Koschny, Johannes Kümmel, Maximilian Zenk.

Schokolade Filmproduktion gewinnt ersten Werbefilmpreis

Erstmals wurde bei der 24. Filmschau Baden-Württemberg der mit 2.000 Euro dotierter Werbefilmpreis vergeben. Die Trophäe gewinnt die Stuttgarter Schokolade Filmproduktion GmbH für den Werbespot 'Mirapodo – Das Leben ist kein Laufsteg'. Mit je einer Lobenden Erwähnung wurden die Werbespots 'Märklin - Gleis 1' von Karli Baumann Werbefilmproduktion in Ludwigsburg und 'You Can't Spell it' von AV  Medien Film + Fernsehen GmbH in Stuttgart bedacht.

"Besser lässt sich Abverkauf nicht ankurbeln", lobt die Jury den Siegerspot vom Online-­‐ Schuhhändler Mirapodo. In diesem Werbefilm der Schokolade Filmproduktion GmbH steht der Schuh im Mittelpunkt, und zwar im Alltag. "Das heißt: unaufgeräumtes Wohnungschaos, bastelndes Kleinkind, schreiendes Baby, Hausarbeit und Berufstalltag – und trotzdem der passende Schuh zur Hand oder am Fuß, denn der lässt sich kurzer Hand online bestellen", heißt es in der Begründung weiter.

"Auch wenn hier das ein oder andere Klischee – Frauen mögen Schuhe, Belohnungskauf gegen Stress – heraufbeschworen wird: Der Spot wirkt. Denn er spricht die Zielgruppe gekonnt an. Er zeigt Situationen mit denen sich die meisten der Zuschauer identifizieren können. Und gerade das macht den Spot ‚Das Leben ist kein Laufsteg, aber schöne Schuhe gehen immer‘ so sympathisch. Musik, Rhythmus und Darsteller emotionalisieren und involvieren. Und ganz wichtig: Der Spot aktiviert. Am Schluss gibt es den Verweis auf die Website. Und das alles in gut 50 Sekunden", so das Urteil der Juroren.

Der für das Ministerium für Wirtschaft erstellte Spot 'You Can't Spell it' von AV Medien Film + Fernsehen GmbH erfüllt nach Auffassung der Jury seine Aufgabe perfekt. Für die Juroren war 'Märklin - Gleis 1' von der Karli Baumann Werbefilmproduktion "eigentlich wirklich großes Kino im Kleinen, aber einfach zu lang für einen Werbespot".

Der Jury gehören an Katrin Otto, Redakteurin Medien, Verlag Werben & Verkaufen GmbH, Dr. Markus Müller, Marketing Communications, U.I. Lapp GmbH, sowie Professor Dr. Franco Rota, Prorektor der Hochschule der Medien für Hochschulkommunikation, mit den Lehrfächern Werbekommunikation, Kommunikationswissenschaften, Public Relations, Corporate Publishing im Studiengang Werbung und Marktkommunikation. Unterstützt wird der Baden-­‐Württembergische Werbefilmpreis von Dr. Ulrich Köppen (BVMW, Bundesverband Mittelständischer Wirtschaft) sowie Jens Gutfleisch und Petra Hilt-­Hägele von der Film Commission Region Stuttgart.

Wir danken unseren Förderern und Partnern